Ein wenig Fliesenkunde
von Andreas Mettler am 12.06.2008 Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein Badezimmer zu renovieren wird schnell feststellen, dass das Angebot an entsprechenden Artikeln in den Fachmärkten sehr groß und nicht immer eindeutig für den interessierten aber unerfahrenen Laien ist. Bei der Auswahl der Badfliesen sollte man sich natürlich auch auf den optischen Eindruck und den eigenen Geschmack in Bezug auf das Design und die Farbstellung verlassen, jedoch sollte man mindestens die unterschiedlichen Abriebklassen und deren Bedeutung kennen, um Feinsteinzeug und günstige Badfliesen zu unterscheiden und für das eigene Bad die richtige Wahl treffen. In der Klasse 1 sind ausschliesslich Wandfliesen eingeordnet, sie sind also nicht für den Bodenbelag geeignet. Dafür muss man Fliesen der Abriebklasse 2 wählen, die Wand- und Bodenfliesen für leichte Beanspruchungen beinhalten. Klasse 3 ist Bodenfliesen für mittlere Beanspruchungen und in die oberste, 4. Klasse fallen Bodenfliesen für starke Belastungen, wie sie in öffentlichen Einrichtungen mit viel Durchgangsverkehr benötigt werden. Da das eigene Badezimmer im Sinne der Fliesenklassifizierung nur leichten Beanspruchungen entspricht, reicht diese Abriebklasse meistens aus, wer mehr Sicherheit einbauen will, wählt Fliesen der Klasse 3, die jedoch durch die aufwändigeren Oberflächenversiegelungen auch eine Preisklasse höher liegen. Für die Wandverleidung sind jedoch in jedem Fall Exponate der Klasse 1 ausreichend und finden sich in vielen Dekorvarianten im Fachhandel. Wenn man die Menge an benötigten Fliesen kalkulieren will, muss zunächst der Raum exakt vermessen werden, jedes Detailmaß muss abgenommen werden und später zu einer Gesamtfläche addiert werden. Hierbei sind die Einsparungen durch Waschbecken und Toilette zu kalkulieren, und abschließend eine Sicherheit von 10% zusätzlich einzurechnen, für Verschnitt der an den Übergängen zwischen Boden und Wand entsteht und eine Reserve für Unvorhergesehenes wie Fliesenbruch. Auch sollte man sich im Handel erkundigen, wie die Möglichkeiten eines Nachkaufes sind, gerade bei Sonderangeboten, die nur noch in Restmengen vorhanden sind, kann dieses ein gewisses Risiko darstellen.
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