Der Unterschied zwischen Okkasionalismen und Neologismen
von Andreas Mettler am 12.06.2008 Fast jeder Mensch entwickelt im Alltagsgebrauch seiner Kommunikation immer wieder neue Wörter und Begriffe. Oft werden verschiedene Wörter beliebig zu neuen Doppelwörtern zusammengeführt oder die Verlegenheit, fehlende Begriffe des eigenen Wortschatzes auszugleichen, wird durch neue Wortkreationen gefüllt. Auch die Werbung steht in dem Ruf, ständig mit neuen Wortschöpfungen unsere Aufmerksamkeit zu wecken. Von der „Aprilfrische“ bis zur „unkaputtbaren Plastikflasche“ ist der Werbekonsument im Laufe der Jahre mit vielen Wortkreationen konfrontiert worden, die bei Niederschrift des Werbetextes gewiss noch nicht im Lexikon zu finden gewesen waren. Manche Wortschöpfungen geraten bereits nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit und selbst der Erfinder des Begriffes mag sich schon wenige Stunden nach der Nutzung seiner Schöpfung nicht mehr daran erinnern können, das Wort gebraucht zu haben. Man nennt solche kurzweiligen Wortkreationen Okkasionalismen. Wörter hingegen, die von einer immer größeren Nutzergruppe in Anspruch genommen werden und dazu geneigt sind in den öffentlichen Sprachschatz aufgenommen zu werden, nennt man Neologismen. Nicht selten findet man einen Neologismus nach wenigen Jahren schon in den Lexika und im Duden verzeichnet und besonders originelle Sprachschöpfungen, die den Geist der Zeit besonders ausgeprägt treffen, werden gar zum „Wort des Jahres“ gekürt. Wer sich selbst der Entwicklung solcher Begrifflichkeiten bewusst ist, und auch die häufig gewollte Bindung von Begriffen an Markennamen und Marketingkonzepte erkennt, wird ein neues Verständnis für die Agilität unserer Sprache entwickeln.
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