Eine Nasenkorrektur für Pinocchio
von Andreas Mettler am 28.10.2008 Pinocchio ist nicht nur ein Schimpfwort, das wenig sensible Jugendliche gelegentlich Menschen mit allzu großen Nasen entgegenrufen, sondern auch eine klassische Geschichte des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi. Sie beschreibt das Leben und Leiden der Holzpuppe Pinocchio, deren Nase immer genau dann wachsen wollte, wenn sie log. Der allzu pädagogische Ansatz dieser Erzählung für Kinder mag mehr als augenscheinlich sein, jedoch haben viele Verfilmungen dieser Handlung bewiesen, welch ein öffentliches Interesse wohl vorhanden sein mag, sich stets mit dieser Geschichte zu befassen. Die Moral der Geschichte lag jedoch nicht darin, dass sich Pinocchio einer Nasenkorrektur zu unterziehen hatte, sondern vielmehr seine Gewohnheit des Lügens aufgeben sollte. Als die Geschichte 1881 in einer italienischen Wochenzeitung erstmals veröffentlicht wurde, mögen die Angebote für eine kompetente Nasenkorrektur sicherlich auch noch mehr als begrenzt gewesen sein. Auch hätte diese nicht den Aufwand heutiger operativer Maßnahmen bedurft. Es hätte genügt, Pinocchios Nase mit einer Säge zu stutzen, wie dies bei jeder anderen Holzpuppe ebenfalls zur Wahl stünde. Am Ende der Geschichte kommt Pinocchio auf den Pfad der Tugend zurück und wird zu einem echten Jungen aus Fleisch und Blut. Die Geschichte schweigt darüber, welche Länge seine Nase zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte. Möglicherweise hätte er sich in heutigen Zeiten anschließend doch noch einer Nasenkorrektur unterziehen müssen.
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