Die Vielfalt der chinesischen Kampfkünste
von Andreas Mettler am 03.12.2008 Zuerst sei erwähnt, dass es viele hunderte Stile in der chinesischen Kampf- und Bewegungskunst gibt. Deshalb ist es sehr schwer von dem Kung Fu oder dem TaiChi zu sprechen. Jeder Familienstil, jeder Hybrid-Stil und jeder Tierstil enthält andere Bewegungen. Man unterscheidet deshalb grob zwischen inneren und äußeren, sowie zwischen nördlichen und südlichen Stilen. Die Gegenüberstellung und Trennung der großen Stilrichtungen ist jedoch sehr schwierig, da, wie die Yin-Yang-Philosophie lehrt, zwar Dunkelheit und Licht im Gegensatz zueinander stehen, jedoch nicht ohne einander existieren können. So sollen innere Stile die innere Energie – also die Kraft des Geistes – und die äußeren Stile die äußere Energie – also die Muskelkraft – trainieren, jedoch geht das eine nicht ohne das andere. Nach alten Shaolin-Weisheiten kann die Energie (das Chi) nur dann optimal fließen, wenn innere und äußere Kraft im Gleichgewicht stehen und keine überwiegt. So vielfältig wie die Unterschiede der Stile sind, so unterschiedlich ist auch der Schwerpunkt des Trainings. Im Groben kann man vier Aspekte im Kung Fu festmachen: Selbstverteidigung, Wettkampf, Akrobatik und Gesundheit. Je nach Schule und Stil nehmen diese Aspekte unterschiedlich viel Zeit im Training ein. Legt ein Lehrer viel Wert auf Akrobatik und Gesundheit wird der Formenlauf (Taolu) eine große Rolle im Training einnehmen. Ist sein Bestreben eher auf Wettkämpfe ausgerichtet, wird er viel Kampftraining z.B. nach den Regeln des Sanda lehren, das viele Ähnlichkeiten mit dem Kickboxen aufweist. In der Selbstverteidigung lernen die Schüler, kritische Alltagssituationen souverän zu bewältigen. Dabei geht es vorrangig um ein effektives Abwehren von Angriffen mit und ohne Waffen, wie man es im von Bruce Lee entwickelten Jeet Kune Do oder Modern Arnis sehen kann.
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