Verkaufen im Wartezimmer
von Andreas Mettler am 09.03.2010 Ein neuer Trend im Marketing ist das „Ambient Media“. Man versteht darunter Werbung, die potentielle Kunden außerhalb ihrer eigenen vier Wände anspricht, aber an Orten, an denen sie sich mehr oder weniger regelmäßig aufhalten – und bei denen man situationsbedingt ein Interesse an bestimmten Produkten oder Dienstleistungen erwarten darf. Ein Beispiel dafür ist Werbung im Wartezimmer von Ärzten. Von jeher liegen dort natürlich alle möglichen Zeitschriften aus, in denen auch geworben wird. Aber da diese Zeitschriften nicht speziell für Wartezimmer gemacht sind, kann auch die besondere Situation – das Warten auf die Behandlung – in der enthaltenen Werbung nicht berücksichtigt werden. Zusätzlich werden jedoch immer häufiger Leseproben aller Art, kleine Broschüren, Flyer oder Ähnliches, bei Ärzten ausgelegt. Wann macht das Sinn? Hier ist natürlich in erster Linie darauf zu achten, dass die Produkte, für die geworben werden soll, etwas mit dem Thema Gesundheit zu tun haben. Nehmen wir als Beispiel die Lasik-Behandlung. Dabei wird mit einem Laser die Form der Hornhaut verändert, um Abbildungsfehler des Auges zu korrigieren. Das macht das Tragen einer Brille unnötig – zumindest für einige Jahre. Diese Behandlung ist recht teuer und muss üblicherweise privat bezahlt werden. Die darauf spezialisierten Firmen müssen daher Werbung machen, um zahlende Kunden zu finden. Aber wo findet man die geeigneten Zielpersonen? Am ehesten wohl im Wartezimmer eines Augenarztes. In so einem Fall kann eine Leseproben Verteilung bei Ärzten durchaus Sinn machen. Würde man dieselben Broschüren dagegen bei einem Internisten auslegen, wäre das Interesse der Kundschaft vermutlich wesentlich geringer. Eine gute Ambient Media Agentur wird also immer darauf achten, genau die zum Produkt passende Umgebung – eben das richtige Ambiente – auszuwählen.
| |