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Noch mehr zum Themenkreis:Mit Covermusik zum Superstar

Musical Genius

von Martin Schroeder am 19.03.2010

Es ist ein viel zu oft gehörtes Klischee wenn man sagt
man wünscht sich die guten alten Zeiten zurück.
Im Bezug auf Pop Musik, bzw. den Musikmarkt allgemein
gibt es aber einfach keinen zutreffenderen Spruch.
Im Jahr 2010 gehören zu den populärsten Musikern folgende Künstler:
Justin Timberlake, Lady Gaga, Rihanna, Beyonce Knowles und ein riesen Haufen
an Rappern die die Finger nicht vom AutoTune Effekt lassen können.
Von Kindesbeinen an mit riesigen Produzententeams unterstützt
sind diese Popsternchen nicht mehr als ein perfekt vermarktetes Produkt.
Ausser einer guten Stimme und gutem Aussehen haben die meist Nichts zu bieten.
In den "guten alten Zeiten" waren die populärsten Musiker
auch tatsächlich diejenigen die am meisten Herzblut in die Musik investierten.
Legenden wie Jimi Hendrix, Bob Marley oder der kürzlich verstorbene Michael Jackson.
Multiinstrumentalisten mit dem richtigen Gespür
für Komposition und Harmonie gehören scheinbar zu einer aussterbenden Spezies.
Natürlich wird es immer Vollblutmusiker die ihr Metier beherrschen geben.
Blos haben diese heutzutage so gut wie keine Chance mehr populär zu werden.
Musikentertainment hat in den letzten Jahrzenten einen
ausserordentlichen Wandel in die falsche Richtung gemacht.
Heute zielen Musik Shows haupsächlich auf den optischen Wow!-Effekt ab.
Riesige leuchtende Bühnen die in Verbindung mit Pyrotechnik
und XXL Bildschirmen den Publikumsgast in Erstaunen versetzen.
Die Musik gerät dabei leider in den Hintergrund,
genauso wie Musikentertainment mit Humor und Charme.
Ein Gegenbeispiel zu dieser Entwicklung bietet folgender Künstler:
Chilly Gonzales.
Um zu erklären wer oder was dieser Gonzales ist, muss man weit ausholen.
Ein geistreicher Rapper-Witzbold aus dem Berliner Untergrund.
Ein für den Grammy nominierter Produzenten Workaholic.
Ein melancholischer Piano Virtuose.
Ein zarter Power-Schnulzensänger.
Ein Guiness Weltrekordhalter.
Ein Multitalent aus dem die Musik nur so heraussprudelt.
Wer einer von Gonzales humorvoll und charmant gestalteten Shows beiwohnt,
verspürt wieder "das gute alte Gefühl", von einem Musiker
so richtig entertaint zu werden. Leider ist diese Lichtgestalt
der modernen Musik nicht annähernd so bekannt wie eine Lady Gaga.
Beeindruckende Musiker wie Chilly findet man nur noch im Untergrund.
Da stellt sich einem die Frage ob man den Markt "umpolen" könnte,
damit das Geld zu den richtigen Musiker fliesst.
In einer Zeit die durch das Internet, die Einführung der digitalen Musik,
sowie durch Social Networking Platformen wie Facebook,
einer Zeit in der man für so gut wie alles einen Gutschein ausdrucken kann,
scheint das aber ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.
Vermutlich würden heutige Vollblutmusiker auch gar nicht
im modernen Popzirkus mitmischen wollen.
Das einzige was der Einzelne hier tun kann, ist die richtigen Musiker
mit Plattenkäufen und Konzertbesuchen zu unterstützen
und die berühmten Popsternchen aus der Retorte konsequent zu boykottieren.
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