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Gute Babysitter sollte man sich warm halten

von Andreas Mettler am 26.05.2010

Früher war alles ganz einfach. Ein Mann und eine Frau zogen zusammen ihre Kinder groß. Einer von beiden – meist der Mann – ging zur Arbeit, der oder die Andere kümmerte sich um den Nachwuchs. Hatten beide mal gemeinsam etwas vor, war die Familie da, die Großeltern etwa, um auf die Kleinen aufzupassen. Heute ist das alles schwieriger. Oft arbeiten beide Elternteile, und Oma und Opa wohnen weit weg – oder sind gar selbst aktiv, vielleicht gerade wieder auf Reisen oder sogar noch berufstätig. Da wird schon eine kleine Freizeitaktivität für die Eltern zum Problem. Für die immer größer werdende Zahl der Alleinerziehenden ist es noch schlimmer. Wer abends einmal ins Kino oder ins Theater gehen möchte, will sein Kind natürlich nicht allein lassen.

Mitnehmen geht aber auch nicht – also muss man einen Babysitter suchen. Das klingt im ersten Moment gar nicht so schwierig – schließlich gibt es immer Jugendliche, die sich ein wenig Geld dazuverdienen wollen. Aber Hand aufs Herz: Wer möchte schon sein kleines Kind einem Fremden anvertrauen? Noch dazu jemandem, der selbst noch ein halbes Kind ist und im Ernstfall hoffnungslos überfordert sein könnte? Ist man gar regelmäßig nicht zu Hause, etwa weil man als Pflegekraft im Schichtdienst arbeitet, sind die Probleme noch viel größer. Nimmt man zu oft einen Babysitter, wird es richtig teuer, und das Arbeiten lohnt sich nicht mehr. Und dann sind da ja auch noch die Hausaufgaben, jedenfalls wenn das Kind schon zur Schule geht. Was ist, wenn der Schüler nicht weiterkommt, Fragen hat, Hilfe benötigt? Ideal ist es natürlich, wenn man einen zuverlässigen Babysitter für die Kleinen gefunden hat, der auch gleichzeitig noch fit ist für die Hausaufgabenbetreuung bei den etwas größeren Geschwistern. Weil aber solche Ausnahmebegabungen rar sind und die Nachfrage immer größer wird, sollte man sich diese wertvollen Helfer warm halten. Das sollte einem ein paar Euro mehr in der Stunde wert sein, oder auch mal ein kleines Weihnachtsgeschenk – sonst winkt einem der ehemalige Babysitter vielleicht bald aus dem Fenster der Nachbarn zu.
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