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Am Ende der Welt

von Mirjam Hodel am 23.11.2010

Die Ruta Nacional 3 verbindet Buenos Aires mit Ushuaia. Sie ist 3045 Kilometer lang und ich habe die gesamte Strecke vor fünf Jahren mit Bussen bereist. Ein Teil der Strasse führt durch Chile und einmal wird der Bus auf eine Fähre verladen, um die Magellan-Strasse zu überqueren.

Fast am Ende der Strasse liegt Ushuaia, eine der am südlichsten gelegenen Städte der Welt. Sie wirbt damit, el fin del mundo, das Ende der Welt, zu sein. Die Stadt hat um die 65.000 Einwohner und gilt als eine der teuersten Städte Argentiniens, weil der Großteil der Waren über weite Strecken hergebracht werden muss. Sie liegt am Beagle-Kanal und ist der Ausgangspunkt für viele Expeditionen zum Südpol. Dank der atemberaubenden Landschaft des umliegenden Nationalparks, besuchen zahlreiche Touristen die Stadt.

Wir waren in einer sehr gemütlichen Jugendherberge untergebracht und wollten eigentlich nur drei Tage bleiben, um dann mit dem Bus weiter nach Punta Arenas in Chile zu fahren. Als wir aber die Fahrkarten kaufen wollten, sagte man uns, dass in den nächsten vier Tagen keine Busse verkehren würden. Einen Grund gaben sie uns nicht an. Also verbrachten wir unfreiwillig fast eine ganze Woche in diesem sympathischen Städtchen.

Zusammen mit einem Lehrer einer englischen Sprachschule und drei Touristen aus Israel machte ich einen mehrtägigen Ausflug in den Nationalpark Tierra de Fuego (Feuerland). Wie in Patagonien üblich, wechselten sich Regen, Schnee und Sonne innerhalb von nur wenigen Minuten ab. In diesen südlichen Breitengraden wachsen keine Bäume mehr, nur noch vereinzelt Sträucher. Der Boden ist bedeckt mit Moos, das je nach Lichteinfall rötlich oder gelblich wirkt. Außerdem gibt es viele Seen und ich war erstaunt, dass wir hinter jedem zweiten Busch Hasen sahen. Eine tolle Erinnerung ist das Foto vom Schild bei der Bahía la Pataia, denn hier hört die Strasse auf und man ist am „Ende der Welt“. Dieser Ausflug war so toll, dass wir froh waren, dass die Busse nicht schon früher gefahren waren.
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